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Letzte Änderung:
February 04. 2016 20:48:38
 
 
 

Spreizhosen

Die klassische Behandlungsmaßnahme ist die Spreizhose, die ebenfalls über der Kleidung getragen wird und nur zum Wickeln und Baden abgenommen werden sollte.

Es gibt zwei grundsätzliche Spreizhosentypen:

Die Spreizhose nach Becker:

Zum ersten die klassische „Becker-Spreizhose“, bei der die Spreizung der Beine des Kindes mit Metallleisten oder Holzstreben erfolgt. Diese befinden sich zwischen zwei feuchtigkeitsabweisenden, gut gepolsterten Stoffbahnen und dort hinein wird das Kind mit dem Gesäß / den Beinen gelegt.

Zur Sicherung am Kind wird dieses Trägerhöschen mit Hilfe eines Schultergurtes, seitlichen Rumpf-Gummibändern und zwei Oberschenkelgurten verschlossen.

Der große Nachteil dieser „Becker-Spreizhose“ ist die Froschstellung, auch Lorenzposition genannt, die mit einer sehr hohen Kopfumbaustörungsrate (Hüftkopfnekrose) behaftet ist.

 

   

Die Aktivspreizhose:

Eine andere und inzwischen wesentlich populärere Spreizhose ist die „Aktiv-Spreizhose“, die sich durch ihren konischen Kunststoff - Schnitt (oben schmal und unten breit) auszeichnet.

Säuglinge haben in dieser Spreizhose wesentlich mehr Bewegungsmöglichkeiten und sie können ihre Beine weiter zusammen (Adduktion) machen, je mehr sie ihre Beine zum Bauch anziehen (Beugung der Beine), d.h. nur bei kompletter Streckung der Beine befinden sich diese auch in einer Froschstellung. Durch diese vielen Bewegungsreize heilen die reifungsverzögerten Hüften der Kinder am schnellsten nach.

Seit einigen Jahren werden diese „Aktiv-Spreizhosen“ mit Beugevorhaltekeilen verwendet, die dann als Optimal-Spreizhose bezeichnet wird. Damit kann noch besser die Froschstellung verhindert werden, denn diese Keile verhindern zuverlässig, dass die Beine des Kindes bei der Rückenlage in die schädigende Froschstellung fallen können.

Alle Ausführungen der Aktiv-Spreizhose werden „nur“ mit einem Schultergurt und einem Klettverschluss unter den Achseln, in Höhe des Rippenbogens am Kind gesichert. In regelmäßigen Abständen wird das Kind vom Arzt untersucht bzw. der Spreizhosensitz kontrolliert. Gegebenenfalls bekommt das Kind auch eine größere bzw. breitere Spreizhose vom Arzt verordnet.

Die Aktiv-Spreizhose ohne Beugevorhaltekeilen sollte etwa so breit wie die Kniekehlen sein, wenn sich die Beine des Kindes in der Froschstellung befinden. Bei der Ausführung mit Beugevorhaltekeilen kann die Breite der Spreizhose auch etwas schmäler sein.

Der große Nachteil dieser Spreizhosen ist eine mangelhafte Luftzirkulation an Gesäß, Rumpf und Beinen durch die enganliegende Kunststoffschale bzw. dem dickem Plastikeinsatz zwischen den Beinen des Säuglings. Deshalb ist man vor einigen Jahren auf sogenannte Hüft-Beugeschienen übergegangen.

 

 

 
 

 

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